Bisher haben wir 5 Stabpuppenspiele eingeübt, drei Kasperstücke und ein Märchen für Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren, ausserdem das aufwändige Spiel der Erzählung "Zlateh die Geiss" von Isaac B. Singer. In diesem Spiel wurden die Stabpuppen von klassischer Musik begleitet.
In den Kasperstücken wird jedesmal mit Hilfe des Publikums wieder eingerenkt, was im Verlauf der Geschichte aus den Fugen geraten ist.
E Suppe für de König
In diesem Kasper-Stück spielen die Figuren zu den Themen Mitgefühl und einander helfen.
Inhaltsangabe:
Der König isst sehr gerne Suppe. Er veranstaltet einen Wettbewerb: Wer ihm die beste Suppe bringt, wird belohnt. Auf Wunsch des Publikums nimmt Kasper an diesem Wettbewerb teil. Weil er aber noch nie selber eine Suppe gekocht hat, braucht er dringend Unterstützung, welche ihm die Kräuterhexe gewährt. An der feinen Suppe hat aber noch jemand anderer Interesse, der Wolf ... Mit der Unterstützung des Publikums kommt die Sache wieder ins Lot.
Damit ist das Ziel aber noch nicht erreicht, denn auf dem Weg ins Königsschloss begegnet Kasper dem hungrigen Waldmütterlein ...
E bsondere Vogel
In diesem Kasper-Stück spielen die Figuren zu den Themen Vergeltungslust, Mut, Hilfsbereitschaft und Zauberkraft der Sprache.
Inhaltsangabe:
Rosa ist die wunderbare und ziemlich kecke Freundin Kaspers. Sie teilt ihm eines Tages mit, dass im Königsschloss Aufruhr herrscht, weil die Prinzessin auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Rosa überzeugt Kasper von der Dringlichkeit zu helfen. Eine kleine Spur ist vorhanden: Man will im Dorf gesehen haben, dass der Zauberer mit einem jämmerlich piepsenden Vogel unter dem Arm wie wild aus dem Königsschloss gerannt sei. Rosa versteht schnell, dass der Vogel die verzauberte Prinzessin gewesen sein muss, Kasper braucht für diese Einsicht noch einen Moment.
Jetzt hält die beiden aber nichts mehr zurück, sie müssen die Prinzessin finden und befreien. Rosas Mut, alleine in den Garten des Zauberers zu gehen, wird ihr zum Verhängnis. Auch sie wird verzaubert, in einen Gockel. Kasper erkennt, dass er alleine nicht zum Ziel kommen wird und bittet die ihm gut gesonnene Kräuterhexe zu helfen ...
Zlateh die Geiss
Dies ist kein Kasper-Stück, sondern die dramatisierte Fassung einer bekannten Geschichte von
Isaac B. Singer. In ihr geht es um Not, Armut, familiäre Strukturen, tiefe Verbindung zum Wesen des Tiers.
Inhaltsangabe:
Weil der Winter bisher zu warm war und der Pelzhändler Ruben deshalb keine Pelze mehr verkaufen kann, muss der Sohn Aron mit der Ziege Zlateh in die Stadt zum Metzger aufbrechen. Unterwegs geraten sie in einen unerwarteten, heftigen, dreitägigen Schneesturm. Aron ist verzweifelt. Mit seiner Ziege ist er längstens vom Weg abgekommen und befürchtet in seiner Not das Schlimmste. In äusserster Verzweiflung entdeckt er durch das dichte Schneegestöber hindurch einen Hügel, der sich als eine Triste (Heuhaufen, wie sie die Bauern zur Überwinterung auftürmen) entpuppt.. "Wir sind gerettet!" ruft Aron seiner Ziege zu.
In dieser Triste verbringen Aron und Zlateh den dreitägigen Schneesturm. Zlateh frisst von dem sie umgebenden Heu - und Aron? Er rettet sich durch den Genuss der Ziegenmilch.
Als der Schneesturm endlich vorbei ist, fragt Aron einen vorbeifahrenden Bauern nach dem Weg, nicht zum Metzger in die Stadt, sondern nach Hause.
Hans im Glück
Dieses wohlbekannte Grimm-Märchen hat die Genügsamkeit zum Thema.
Inhaltsangabe:
Hans hat sieben Jahre in der Fremde bei einem Handwerksmeister gearbeitet und jetzt möchte er nach Hause zurückkehren. Weil der Meister immer sehr zufrieden war mit Hans, gibt er diesem zum Abschied als Lohn eine grosse Goldkugel. Auf dem Heimweg tauscht Hans sein Gold zuerst gegen ein Pferd, dieses später gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans, schlussendlich die Gans gegen einen Schleifstein. Dieser fällt ihm von einem Brunnenrand tief ins Brunnenloch. Jetzt jubelt Hans über sein gnädiges Schicksal, das ihn von der Last des schweren Schleifsteins erlöst hat. Glücklich kehrt er zu seiner Mutter zurück.
Eisprinzessin in der Schneekugel
In dieser Kasper Geschichte spielen die Figuren zu den Themen Willkür und Mut.
Inhaltsangabe:
Kasper und sein Freund Sepp können sich nicht erklären, warum es dieses Jahr nicht schneien will, dabei ist es schon richtig Winter und sie möchten endlich so richtig schlitteln gehen. Von den Kindern im Publikum vernimmt Kasper, dass der Zauberer Simsalam an dieser leidigen Sache schuld ist.
Dieser hat nämlich den Kindern erzählt, dass er gar nicht gerne kalte Füsse habe und deshalb den Winter so hasse. Deshalb habe er die Eisprinzessin - sie ist verantwortlich für den kalten Winter - gefangen und in eine Glaskugel gesperrt, wo sie bis zum kommenden Frühling ausharren müsse. Für Kasper ist klar, dass man dem Zauberer Simsalam sein Handwerk legen muss, aber alleine ist dies zu schwierig. Sepp hilft nur äusserst widerwillig mit, weil er sich vor dem Zauberer fürchtet. Kasper aber verlangt von seinem Freund, dass er mutiger werde ...